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Deutsch > ST:TOS > S/Mc > "One Day in your Life"

Autor: scap3goat
Titel: One Day in your Life
Rating: PG
Disclaimer: Alles Paramount seines!
Author's notes: Für Jule - fröhliches Vierteljähriges! *giggle*
Short-Cut: . Im Endeffekt musste dieser Brief Spock nicht beeindrucken. Er musste nur genug Selbstmitleid und Ironie für Pilles Geschmack enthalten. Es ging hier ja gar nicht um Spock. Doktor, heile dich selbst…





„Entschuldigung“ war etwas, was man selten von Dr. Leonard McCoy hörte.
„Entschuldigen Sie, Spock“ war etwas, was man nie von Dr. Leonard McCoy hören würde.
Aber dennoch begann sein Brief an den Halbvulkanier so.
Absurd, sagte er sich. Absurd, dennoch notwendig. Er war Arzt und als solcher wusste er, dass das aufschieben eines Problems selten Besserung versprach.
Also begann er erneut.

„Entschuldigen Sie, Spock“

Weiter kam er nicht.

„Entschuldigen Sie, Spock, dass ich Sie damit behellige…“

Behellige? Oder vielleicht doch lieber „belaste“? Nein, nein. Am besten wäre wohl: „… dass ich Sie davon in Kenntnis setzte…“
Aber das hörte sich wieder so an, als hätte Spock um diese Erkenntnis gebeten. Nein.
Vielleicht doch lieber… belästigen! Genau, das war ein gutes Wort. Vulkanier mochten keine Gefühle und „belästige“ hatte genau die richtige Mischung aus Ironie und Selbstmitleid.

„Entschuldigen Sie, Spock, dass ich Sie damit belästige, aber…“

Aber was? Was genau wollte er ihm eigentlich sagen?
Vielleicht sollte er sich erst einmal für den Brief entschuldigen, erklären, warum er ihn schrieb. Also…
Er überlegte.

„… aber ich habe in meiner Zeit als Arzt…“

War das die richtige Formulierung? Vielleicht sollte er…

„… aber ich habe in meiner Zeit als Arzt und Ehemann gelernt, dass das Verschweigen eines Problems und das stille Warten auf Besserung nichts bringen.“

Ja, damit konnte er zufrieden sein. Im Endeffekt musste dieser Brief Spock nicht beeindrucken. Er musste nur genug Selbstmitleid und Ironie für Pilles Geschmack enthalten. Es ging hier ja gar nicht um Spock.
Doktor, heile dich selbst…

„Ich…“

Gut gemacht, Pille. Du bist keinen Schritt näher an der Lösung dran! Du hast es wieder nur aufgeschoben!

„Ich muss Sie bitten jetzt bitte logisch zu bleiben – und sparen Sie sich den Ich-bin-immer-logisch-blick! Ja, auch die Augenbraue, Sie grünblütiger Kobold!“

Bravo, Pille. Wie professionell. Aber wenigstens machst du keine halben Sachen, sondern gleich zum Vollidioten.

„Meine Gefühle Ihnen gegenüber sind nicht leicht zu erklären und noch weniger zu ändern. Sie üben eine Faszination auf mich aus und…“


Er war müde und hatte es so satt…

„… sehen wir doch einfach den Tatsachen ins Gesicht und sprechen brutal ehrlich aus, was keiner sich zu sagen traut: Ich…“

Pilles Knie wären jetzt weich geworden, wäre er nicht an seinem Schreibtisch gesessen. Genauer gesagt wurden sie zwar weich, aber es machte ihm nichts aus.
Das flaue Gefühl in seinem Magen konnte er nicht mal durch Kaffee ausgleichen.

„… habe mich wieder in eine auswegslose Situation verfrachtet, weil ich mich hoffnungslos in einen Computer mit spitzen Ohren verliebt habe. Ja, Sie sind gemeint.“

Ohne es richtig zu merken drückte Pille hastig den „Senden“-Knopf und brach dann fast auf seinem Schreibtisch zusammen.
Ihm wurde noch schlechter und Tränen drohten zu fallen.
Er vergrub sein Gesicht in den Händen und schüttelte den Kopf.
Alles war aus. Er wollte sterben.

Mit zittrigen Knien stand er auf und hangelte sich von seinem Büro zu einem der Betten. Er brauchte nur für einen Moment Ruhe – Gott sei Dank war Nachtschicht.

„Bitte köpfen Sie mich nicht, Spock“, murmelte er und schloss die Augen. Plötzlich zitterte sein ganzer Körper und ihm wurde kalt.

Schock? Ja, könnte sein. Ein leichter Schock. Tief durchatmen.

***

Geweckt wurde Pille – und da wurde ihm erst klar, dass er eingeschlafen sein musste – von einer warmen Hand auf seiner Schulter, die ihn sanft wachrüttelte.
Eine warme Hand war keine große Sache, weil Pille immer noch eiskalt war.

„Spock!“, rief er aus und seine Stimme hörte sich merkwürdig rau an. Auch fühlte sich die Haut auf seinem Gesicht rau an. Er musste im Schlaf geweint haben.
Er sprang fast vom Bett und brachte es somit als physische Barriere zwischen sie.
„Ich nehme also an, dass Sie meine Nachricht bekommen haben“, war sein zynischer Kommentar, als sein Herz sich etwas beruhigt hatte.

„Eine logische Schlussfolgerung“, gab Spock zurück und – war da nicht ein wenig Zynismus in seiner Stimme? War Zynismus ein Gefühl?

Nein. Schließlich war Pille im Moment auch zynisch und er fühlte im Moment gar nichts.

„Und? Ich habe alles gesagt. Ich erwarte keine weitere Reaktion… oder so etwas. Irgendwann werde ich drüber hinwegkommen und dann wird alles wie früher sein.“

Pille wandte sich ab und spürte plötzlich wieder die Hand auf seiner Schulter.

„Ich hätte Sie schon früher von meinem Interesse in Kenntnis setzten sollen. Es tut mir Leid, dass ich… nicht die Logik darin sah“, erklärte Spock.

„Was?“, fragte Pille und hatte wirklich keine Ahnung, was Spock da faselte.

Der Vulkanier senkte seinen Blick und hätte Pille sich umgedreht, hätte er ein etwas dunkleres Grün die Wangen des ersten Offiziers sehen können. Es war schade, dass er es nicht konnte, denn ein verlegener Vulkanier war ein seltener Anblick.

„Ich… habe Interesse an Ihnen. Ich denke ich habe mich von Gefühlen leiten lassen, als es für logisch erklärte mich Ihnen nicht mitzuteilen.“

Pille drehte sich erstaunt herum. „Emotionale Logik, Spock?“
Aber als sie sich in die Arme fielen und aneinander klammerten, brauchten sie keine Worte mehr.


ENDE
Tags: deutsch, fanfic, mccoy, s/mc, spock, tos
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