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Deutsch > ST:TOS > S/Mc > "Dante's Prayer"

Spoiler: Nach TNG: "Wiedervereinigung?"
Inhalt: Spock kehrt von Romulus nach Hause zurück und erlebt einen stillen Moment mit McCoy. Inspiriert vom gleichnamigen Lied von Loreena McKennitt.
Author's note: Entstand innerhalb von einer Stunde und sollte eigentlich nur ein Drabble werden. Ich gehe mal mit der üblichen Annahme, dass der alte Mann, den DeForest Kelley gespielt hat, aus dem TNG Pilotfilm auch tatsächlich McCoy ist. Also wird er wahrscheinlich auch noch ein paar Jahre weiter leben. Star Trek Bücher von William Shatner und Comics habe ich mal außen vor gelassen.






"Du warst diesmal lange weg!", flüsterte McCoy als sich die Tür öffnete. "Und du solltest am Besten wissen, woher ich weiß, dass du es bist und nicht..."
"Ich hatte mich eher gefragt, warum du noch hier auf dem Sofa sitzt."
"Ich wusste, dass du heute kommen würdest."
Spock sah zur Seite. "Nicht einmal ich wusste, dass ich... heute kommen würde."
McCoy schnaubte. "Von wegen. Hat man dir jetzt auch schon beigebracht die unnötigen Worte zu sprechen, vor denen du mich gewarnt hast? Du wusstest nicht, ob du überhaupt wiederkommen würdest!"
"Entschuldige."
McCoy seufzte und blickte auf. "Ich bin zu alt... ich habe nicht mehr genug Zeit um mir Ärger leisten zu können!"
Es wurde still und Spock stellte sich hinter das Sofa, auf dem sein Adun,sein - die Übersetzung lautete Ehemann, aber es bedeutete etwas anderes als im menschlichen Sprachgebrauch - auf dem McCoy saß.
"Adun... das hat einen schönen Klang. Du hast mich vorher aber noch nie sogenannt!", sagte McCoy in die Stille. "Ich mag auch seine Bedeutung."
"Ich... war noch nie an einem Punkt angelangt an dem ich so kurz davor war... zu sterben."
"Lügner", schnaubte McCoy. "Du wirst auf deine alten Tage einfach nur sentimental!"
"Vielleicht ist das auch die Erklärung."
Wieder wurde es still und Spock betrachtete die schmale Form auf dem Sofa, die Kleidung mehrere Nummern zu groß, eine Decke über seine Beine gebreitet, das Gesicht starr gen Fenster gewendet.
"Mir ist kalt, Spock", flüsterte er plötzlich und wendete sein Gesicht dem Halbvulkanier zu. Trauer schimmerte in dem unendlichen Blau, so blau wie die riesigen Ozeane Terras. Und da war auch Angst, Hoffnung und Liebe.
„Lass mich dich ins Bett bringen, t’hy’la“, antwortete Spock und aus den starren Linien, die McCoys Lippen gewesen waren, wurde ein Lächeln. Der Botschafter umrundete das Sofa und hob McCoy einfach in seine Arme und brachte ihn zum Bett. Dort zog er fürsorglich die Decken über McCoy und deckte ihn sorgfältig zu. Kein Wunder, dass dem Mann kalt war, er war ja nur noch Haut und Knochen.
„Du weißt ganz genau, dass es nur zwei Wege gibt, um jemanden wie mich aufzuwärmen“, wisperte der Arzt, aber es hatte nicht mehr den gleichen, schneidenden Witz wie vor ein paar Jahren noch. McCoy wurde alt und schwach und der so brillante Arzt konnte sich selbst nich helfen, musste zusehen, wie er immer mehr verfiel.
Vorsichtig zog Spock seine Robe aus und legte sich neben den Mann, mit dem nun schon so viele Jahre seines Lebens verbracht hatte. Hundertund…
„…zwei. Solange kennen wir uns.“
„Eine Bindung von fast hundert Jahren ist nicht unüblich für Vulkanier.“
„Zum Jubiläum sollten wir… eine kleine Feier veranstalten; du weißt schon,die Anderen einladen und so. Ach ja, stimmt… wir sind die Letzten…“
Die Bitterkeit in McCoys Stimme schmerzte Spock mehr als ein Dolch in seinem Rücken es je hätte tun können.
„Schlaf, Leonard!“, flüsterte er und zog seinen Geliebten näher zu sich. „Ich werde dich wärmen. T’hy’la… adun…“, flüsterte er und küsste den leicht lächelnden Arzt. „Ich bin hier, ich werde dich nicht verlassen.“
Ja, jemand oder etwas hatte McCoys Gebete erhört.
Und so konnte er, während über seine eingefallenen Wangen inzwischen Tränen liefen, das erste Mal seit Monaten wieder beruhigt – in Spocks Armen – einschlafen.


ENDE




Anmerkungen:
1) Dante Alighieris war ein italienischer Schriftsteller der dortigen Klassik der "Die Göttliche Komödie" schrieb. Der Ich-Erzähler reist durch die drei Reiche der Toten. Irgendwie kann ich eine Ähnlichkeit zwischen diesem lyrischen Ich und McCoy erkennen.
2) Adun wird im Wörterbuch als "Ehemann; ein Mann der in einer Ehe mit einer Frau vereinigt ist" übersetzt. Das hinter dem Strichpunkt habe ich sehr großzügig interpretiert bist ignoriert.
3) T'hy'la steht für Seelenfreund, (Bluts-) Bruder/Schwester und/oder Geliebte/r.
Tags: deutsch, fanfic, mccoy, s/mc, spock, tos
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